Waldenstein: Der letzte, aber sehr aktive Bergbaubetrieb im Lavanttal

Der kleine Ort Waldenstein bei Wolfsberg hat eine Bergbautradition, die viele Jahrhunderte zurück in die Vergangenheit reicht. Schon im 11. und 12. Jahrhundert wurde in dieser Gegend Eisenerz abgebaut. Heute ist der Bergbaubetrieb in Waldenstein nicht nur der letzte noch aktive im Lavanttal, sondern auch für den Weltmarkt von großer Bedeutung.

Spätestens seit der Mitte des 14. Jahrhunderts ist beim Schloss Waldenstein im Waldensteiner Graben bei Wolfsberg ein Hammerwerk nachweisbar, in dem die in der Umgebung geförderten Erze verarbeitet wurden. Die Eisenproduktionsstätte erlebte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts ihre große Blütezeit. Und zwar unter Hans Ungnad von Sonnegg, dem Besitzer des Schlosses und der Herrschaft Waldenstein.

Kurier des Kaisers

Hans Ungnad von Sonnegg war damals auch Landes- und Feldhauptmann und ein enger Vertrauter von Kaiser Ferdinand I. Mehrfach war er im Auftrag des Kaisers in höchst sensiblen Angelegenheiten unterwegs. Für die Erfolge, die er dabei aufweisen konnte, wurde er zum Ritter geschlagen. Zwischen den Missionen widmete er sich und einen Teil seines wachsenden Vermögens dem weiteren Ausbau von Waldenstein.

Als 1607 mit Simon Ungnad von Sonnegg das letzte männliche Familienmitglied der Ungnad von Sonnegg starb, wechselten das Schloss und die Herrschaft Waldenstein den Besitzer. Zunächst gehörten sie zum Bistum Bamberg, wurden 1781 aber von den Grafen von Schönborn übernommen. Weil der Bergbau in Waldenstein jedoch längst darniederlag, wurde mehrfach ein Weiterverkauf erwogen. 1790 wurde die Herrschaft Waldenstein samt Schloss von Johann Michael Offner gepachtet und 1805 käuflich erworben.

Erfolgreiche Umstrukturierung

Von 1851 an gehörte das Unternehmen zum Besitz des Grafen Hugo Henckel von Donnersmarck, der einige Jahre später die Gießerei und bald auch die Erzförderung und den Hochofen stilllegte. Stattdessen stieg man auf die Förderung von Eisenglimmer um und erbaute 1897 eine Farbenmühle zur Herstellung von Rostschutzfarbe. Daraus entwickelte sich schließlich ein bis heute auf dem Weltmarkt erfolgreicher Betrieb – die Kärntner Montanindustrie GmbH (KMI).

Weltweit gefragte Produkte

Die 1932 gegründete KMI hat sich zu einem international bedeutenden Unternehmen entwickelt, das bei der Produktion von plättchenförmigen Eisenoxidpigmenten weltweit führend ist. Das plättchenförmige Eisenerz wird noch heute in Waldenstein abgebaut und aufbereitet, um in Europa, aber auch Übersee verkauft zu werden. Vorwiegend dient es der Herstellung von Metallschutzanstrichen (Korrosionsschutz).

Darüber hinaus verfolgt die KMI, die ihren zentralen Firmensitz auf Schloss Wolfsberg im Lavanttal hat, das Ziel, weitere Industriematerialien nutzbar zu machen.

Werner Thelian

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