Die neue Koralmbahn

Seit Jahren ist das Kärntner Lavanttal ein wichtiger Brennpunkt des größten Bahnbauprojektes in Österreich, der neuen Koralmbahn. Höchste Zeit also, sich wieder einmal über den Bau der Bahn zu informieren. Wir haben zu diesem Zweck die “Infopoints” der “ÖBB Infrastruktur” in Mitterpichling bei St. Andrä im Lavanttal und in Kühnsdorf im Bezirk Völkermarkt besucht.

Die neue Koralmbahn, deren Fertigstellung und Inbetriebnahme derzeit für Ende 2025 angekündigt ist, verbindet Graz mit Klagenfurt und hat eine Gesamtlänge von 130 km. Sie zählt zu den bedeutendsten Verkehrsinfrastrukturprojekten in Europa und ist für den gesamten Wirtschaftsraum im Süden Österreichs von großer Bedeutung.

In 45 Minuten von Graz nach Klagenfurt

Nach der Fertigstellung der zweigleisig elektrifizierten Hochleistungsstrecke werden auf ihr bis zu 256 Züge täglich verkehren. Die mögliche Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h, die Fahrzeit von Graz nach Klagenfurt wird mit 45 Minuten angegeben. In 2,5 Stunden gelangt man von Klagenfurt nach Wien. Entlang der Neubaustrecke Graz-Klagenfurt, die durch den 33 km langen Koralmtunnel führt, wird es 12 Bahnhöfe und Haltestellen geben.

Als moderne Hochleistungsstrecke ist die neue Koralmbahn im Gegensatz zu reinen Hochgeschwindigkeitsstrecken für den Mischverkehr geeignet – also sowohl für den Personenfernverkehr als auch für den Personennahverkehr und den Güterverkehr. Für das Lavanttal und die Paracelsusregion ist dabei der zukünftige “Bahnhof Lavanttal” von großer Bedeutung, der sich im Freistreckenbereich zwischen dem Koralmtunnel und dem Tunnel Granitztal befindet. Er wird Haltepunkt für IC-Züge und Regionalzüge sein und sorgte zudem für die Anbindung der bestehenden Lavanttalbahn an die neue Koralmbahn.

33 Kilometer durch den Koralmtunnel

Der Schlüsselabschnitt der neuen Koralmbahn war von Anfang an der derzeit noch in Bau befindliche Koralmtunnel, der Kärnten und die Steiermark verbindet. Er führt auf einer Gesamtlänge von 33 km durch das Gebirgsmassiv der Koralpe und erreicht dort teilweise eine Tiefe von 1.200 Metern unter dem Gebirgsgipfel. Durch den Koralmtunnel führen zwei separate Tunnelröhren mit einem Innendurchmesser von je ca. 8 Metern. Der gesamte Tunnel, in dem es auch eine Nothaltestelle geben wird, entspricht den neuesten technischen Anforderungen.

Die Vorbereitungsarbeiten für dieses gewaltige Verkehrsinfrastrukturprojekt begannen bereits 1991 mit einer Machbarkeitsstudie und den folgenden Bauverordnungen des Bundes und einer Umweltverträglichkeitsprüfung. Nachdem der Trassenverlauf endgültig fixiert war, konnte mit den eigentlichen Bauarbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Koralmbahn mit dem Koralmtunnel ist für Ende 2025 angekündigt.

Informationsmöglichkeiten und die Adressen der Infopoints: ÖBB-Infrastruktur, Koralmbahn

Werner Thelian

Abbildungen: Infopoints Mitterpichling und Kühnsdorf, ÖBB Infrastruktur, Redaktion