Wie die Huth-Eiche in Wolfsberg zu ihrem Namen kam

Huth-Eiche beim Wolfsberger Stadtfriedhof. Foto: Redaktion.

Die Apotheke „Weißer Wolf“ am Hohen Platz in Wolfsberg ist nicht nur eine der ältesten Apotheken in Kärnten, sondern – historisch gesehen – untrennbar mit einem der weitsichtigsten und wohltätigsten Männer der Stadtgeschichte verbunden: Magister Alois Huth (1830–1911). Als der weithin bekannte Apotheker und Stadtpolitiker 1911 starb, trauerten nicht nur die Wolfsberger um ihn.

Alois Huth, 1830 in Völkermarkt geboren, interessierte sich schon als Kind für die Natur und studierte später Pharmazie an der Universität Wien. Anschließend arbeitete er mehrere Jahre lang in Wiener Apotheken, ehe sich ihm im Alter von 37 Jahren die Chance bot, sich selbstständig zu machen. Er kaufte 1867 die Weyrichsche Apotheke in Wolfsberg (heute Apotheke “Weißer Wolf”) und führte sie von da an viereinhalb Jahrzehnte lang bis zu seinem Tod.

Ein echter Menschenfreund und Wohltäter

Huth, der nie verheiratet und auch kinderlos geblieben war, unterstütze in Wolfsberg und Umgebung von Anfang an arme und kinderreiche Familien. Er wirkte in vielen Vereinen, setzte sich für die Wolfsberger Wirtschaft ein und war über zwanzig Jahre lang Gemeinderat. Von 1886 bis 1888 war Bürgermeister der Stadt.

In Huths Zeit als Bürgermeister fällt u.a. der Bau der Kanalisation in der unteren Stadt. Weiters erwarb er sich Verdienste um das Zustandekommen der Bahnlinie Wolfsberg – Unterdrauburg und setzte sich unermüdlich für den Bau des Wolfsberger Krankenhauses ein. Als Obmann der Friedhofsverwaltung sorgte er für die Verschönerung des Stadtfriedhofes und ließ aus eigenen Mitteln die Friedhofskapelle renovieren.

Huths Kaiser-Franz-Josef-Stiftung

Huths ganz besondere Leistungen waren jedoch die 1880 erfolgte Stiftung der Wolfsberger Mädchen-Arbeitsschule und der 1908 erbaute und in Betrieb genommene Kindergarten. Schule und Kindergarten, die er mit beträchtlichem finanziellen Aufwand verwirklichte, übergab er schließlich der Stadtgemeinde als sogenannte „Kaiser-Franz-Josef-Stiftung“.

Für seine zahlreichen Verdienste, seine Tätigkeit als Gemeinderat und Bürgermeister und vor allem für seine immer wieder unter Beweis gestellte Selbstlosigkeit zeichnete man Huth schließlich mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Wolfsberg aus. Bald darauf erhielt er auch den Titel „Kaiserlicher Rat“ verliehen.

Als Alois Huth am 12. Jänner 1911 im Alter von 80 Jahren starb, bereitete man ihm ein Begräbnis, wie man es in Wolfsberg schon lange nicht mehr gesehen hatte. Tausende Menschen aus nah und fern sollen die Straßen von der Apotheke bis zum Stadtfriedhof gesäumt haben. An den Apotheker, Stadtpolitiker und Menschenfreund Alois Huth erinnert bis heute u.a. die Huth-Eiche, die bereits im Jahr 1900 zum Dank für Huths Engagement, gepflanzt wurde. Sie steht nahe dem Kriegerdenkmal im Park vor dem Wolfsberger Stadtfriedhof.

Werner Thelian