Sieben geheimnisvolle Orte von Reichenfels bis Wolfsberg

(7) Schloss Waldenstein im Waldensteiner Graben bei Wolfsberg

1835 hob man auf Schloss Waldenstein jenes „Heimatlied“ aus der Wiege, das 1966 zur offiziellen Kärntner Landeshymne erklärt wurde. Aber auch sonst hat das Schloss viele Geschichten zu erzählen. Die ehemals bambergische Burg war Familiensitz der Herren von Ungnad und ein wichtiges Zentrum der Reformation in Kärnten. Bis heute ist es eng mit einem weltweit erfolgreichen Zweig der Kärntner Montanindustrie verbunden. Spätestens seit der Mitte des 14. Jahrhunderts ist beim Schloss ein Hammerwerk nachweisbar, in dem die in der Umgebung geförderten Erze verarbeitet wurden. Die Eisenproduktionsstätte erlebte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts unter Hans Ungnad von Sonnegg ihre große Blütezeit. 1805 wurde sie vom Wolfsberger Kaufmann und Gewerken Johann Michael Offner nach mehrjähriger Pacht samt Schloss und Herrschaft Waldenstein erworben und weiter ausgebaut. Von 1851 an gehörte das Unternehmen zum Besitz des Grafen Hugo Henckel von Donnersmarck, der einige Jahre später die Gießerei und bald auch die Erzförderung und den Hochofen stilllegte. Stattdessen stieg man auf die Förderung von Eisenglimmer um und erbaute 1897 eine Farbenmühle zur Herstellung von Rostschutzfarbe. Daraus entwickelte sich schließlich ein bis heute auf dem Weltmarkt erfolgreicher Betrieb der Kärntner Montanindustrie.